#240 Unfinished Business

#240 Unfinished Business

Die Weltkriegsverhinderungsfolge

Und da sind schon wieder Ferien!
Grund für die Studienräte noch einmal eine Folge der Extraklasse in eure Ohren zu feuern.
Den Auftakt macht der Pieler mit einem „Heute vor…“ deluxe. Auch hat er wieder ordentlich War gehammert.
Synchronsprecher Batzke wiederum gibt noch einmal drei Nobelpreise in verteilten Rollen zum Besten und hat dann auch noch das neue Jugendwort des Jahres 2026 für euch.
In der mündlichen Prüfung geht es, wie der Folgentitel schon verrät, um unabgeschlossene Dinge im Alltag der Herren. Unbeendete Serien, ungelesene Bücher, unbesuchte Orte und vieles mehr.
Am Ende stellt Martin noch ein cooles Roguelite vor und Alex hat mal wieder einen KI Song zu einem Gedicht von Ferdinand Freiligrath komponiert. Für die einen Ragebait für die anderen Peak.

So. Dieser Text war kein Problem.
Schöne Ferien! Geht nicht Crashout!

Heute vor 64 Jahren, also am 15.10.1962, erbrachten die am Vortag bei Spionageflügen gemachten Fotos in der Kubakrise den USA den Beweis von auf Kuba stationierten sowjetischen SS-4 Mittelstreckenraketen. Dies löst folgenden Polit-Krimi aus:

  • Dienstag, 16. Oktober: Die USA berät im geheimen über verschiedene Reaktionen: Hinnehmen der Stationierung, Luftangriff und Invasion.
  • Mittwoch, 17. Oktober: Sechs weitere Aufklärungsflüge erfolgten über die Raketenstellungen.
  • Donnerstag, 18. Oktober: Der sowjetische Außenminister Andrei Gromyko besuchte Kennedy, wie schon seit längerem geplant. Kennedy sprach die Situation auf Kuba nicht an, da er aus taktischen Gründen Geheimhaltung wahren wollte.
  • Freitag, 19. Oktober: ExComm (das Kubakrise Beratungsgremium) wird in zwei Gruppen aufgeteilt, in denen verschiedene Möglichkeiten zur Bekämpfung der Raketen auf Kuba ausgearbeitet wurden. Auf der einen Seite standen die Hawks (Falken), welche den Luftangriff präferierten, auf der anderen Seite die Doves (Tauben), welche für die friedlichere Option der Blockade eintraten.
  • Samstag, 20. Oktober: Es gelang Justizminister Robert F. Kennedy, eine Mehrheit im ExComm für die Blockadeoption zu erreichen.
  • Sonntag, 21. Oktober: Berater vom Tactical Air Command (TAC) erklärten, dass ein Luftangriff nicht alle sowjetischen Raketen auf Kuba ausschalten könne. Daraufhin genehmigte Kennedy endgültig die Seeblockade.
  • Montag, 22. Oktober In seiner Fernsehansprache informierte Kennedy die Weltöffentlichkeit über die sowjetischen Raketen auf Kuba und verkündete den Beginn der Seeblockade für den 24. Oktober. Er forderte den sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow zum Abzug der Raketen aus Kuba auf und drohte für den Angriffsfall mit einem atomaren Gegenschlag. Ab diesem Zeitpunkt war die Kubakrise öffentlich.
  • Dienstag, 23. Oktober: Chruschtschow verkündete, die Blockade nicht zu akzeptieren, versicherte jedoch, die stationierten Raketen dienten allein der Verteidigung.
  • Mittwoch, 24. Oktober: Die von John F. Kennedy als Quarantäne bezeichnete Seeblockade aus amerikanischen Kriegsschiffen begann um 10 Uhr Washingtoner Zeit.
  • Donnerstag, 25. Oktober, Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York City: Zwischen den UN-Botschaftern Walerian Sorin (UdSSR) und Adlai Stevenson (USA) erfolgte ein diplomatischer Schlagabtausch; die US-Delegation präsentierte der Weltöffentlichkeit erstmals eindeutige Aufklärungsfotos von den sowjetischen Raketenstellungen.
  • Freitag, 26. Oktober:
    Trotz Blockade ging die Stationierung der Raketen auf Kuba weiter.
  • Samstag, 27. Oktober, der schwarze Samstag:
    Ein US-Zerstörer zwang mit Übungswasserbomben das sowjetische U-Boot B-59 zum Auftauchen, nachdem dieses die US-Blockade (wahrscheinlich bewusst) durchbrochen hatte. Das U-Boot hatte einen Nukleartorpedo an Bord. Noch einmal war die ganze Welt am Rande eines Nuklearkrieges. Da das U-Boot keinen Kontakt nach außen hatte, war der Besatzung nicht klar, ob bereits ein Krieg ausgebrochen ist, weshalb über den Abschuss von Atomtorpedos diskutiert wurde. Doch Wassili Alexandrowitsch Archipow, einer der drei Offiziere an Bord des U-Bootes, welche für den Abschuss von Nuklearwaffen verantwortlich waren, weigerte sich, den Torpedo ohne weiteren Befehl aus Moskau abzufeuern.
    Um 19:45 Uhr Washingtoner Zeit fand ein Geheimtreffen zwischen Robert F. Kennedy und dem Sowjetbotschafter Anatoli Dobrynin statt. John F. Kennedy ließ seinen Bruder erklären, dass er auch einem Abzug der in der Türkei stationierten amerikanischen Jupiter-Raketen zustimmen würde, wie es bereits im zweiten – schon förmlicheren – Schreiben von Chruschtschow gefordert worden war. Diese Möglichkeit hielt er vor den meisten Mitgliedern des ExComm geheim, die mehrheitlich einen Luftangriff forderten. Dobrynin gab diese Nachricht sofort nach Moskau weiter. Chruschtschow entschied spätnachts, Kennedys Angebot anzunehmen und die Raketen aus Kuba abzuziehen.
  • Sonntag, 28. Oktober, die Geheimdiplomatie ist erfolgreich.
    Chruschtschow lenkte ein und erklärte sich bereit, die Raketen zu entfernen. Im Gegenzug erklärten sich die USA bereit, keine Invasion auf Kuba vorzunehmen. Außerdem – was nicht öffentlich werden durfte – erfolgte der Abbau der Raketen in der Türkei.
Ferdinand Freiligrath – Schwarz Rot Gold

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