Die explosive Folge
Ohne es abzusprechen entwickelt diese Folge einen sehr eindeutigen Aufbau:
Martin jammert rum und Alex erzählt was Lustiges, um ihn wieder aufzuheitern.
In Martins Lamentos verstecken sich Geschichten übers Altern, orthopädische Härtefälle, Technikprobleme und gemeine Wrestler.
In Alex’ Aufmunterung verstecken sich Geschichten übers Wetter, die Rubrik “Hochbegabt” aus dem “Nicht die Mama” Podcast wird mal wieder herübergeholt, es wird nostalgisch an Warner Bros. gedacht und im Klopper der Woche starrt der Herr Batzke einfach im Klassenraum herum.
In der mündlichen Prüfung wird es dann nochmal sozialwissenschaftlich, denn der Batzke bekommt vom Pieler den Auftrag, das neue Rentenpaket zu erklären, zu bewerten und anschließend das Rentenproblem an sich zu lösen.
Am Ende gibt’s noch einen im wahrsten Sinne des Wortes Blockbuster und Martin liest ein Weihnachtsgedicht vor.
Schön? Schön!
150 Jahren, also am 11. Dezember 1875, fällt in Bremerhaven beim Verladen von Fracht auf das Auswandererschiff “Mosel” ein Fass vom Verladekran und knallt auf das Kaipflaster. Augenblicklich explodiert dieses Fass, “eine pilzförmige Rauchsäule von annähernd 200 Metern Höhe” steigt über den Hafen, überall wimmernde und schreiende Menschen. Trümmer. Ruß. “Es war wie der Vorhof zur Hölle”, beschreibt ein Matrose von einem anderen Schiff die Szenerie. 83 Menschen sterben an diesem Tag, etwa 200 Menschen werden zum Teil schwer verletzt und verstümmelt. Im Bug der “Mosel” klafft ein breites Loch. Ein vier Meter tiefer Krater bleibt zurück.
Was war geschehen?
Antwort liefert ein Passagier der 1. Klasse, der kurz nach der Explosion versuchte, sich das Leben zu nehmen. Alexander Keith Jr. stammte aus Ostkanada und war wegen früherer Vergehen in Europa unter falschem Namen untergetaucht. Wegen Spielsucht in Geldnöten hatte er den Anschlag geplant und sich bei einem Turmuhrmacher ein Uhrwerk bauen lassen, das nach 10 Tagen einen heftigen Schlag auslösen sollte, sowie bei einer Kölner Dynamit Fabrik 13 Zentner Lithofracteur-Sprengstoff besorgt. Er hatte geplant, die Explosion mitten auf dem Atlantik auslösen zu lassen, wodurch das Schiff, die gesamte Besatzung und alle 400 Passagiere untergegangen wären, um dann die Versicherungsgelder zu kassieren. Keith, der sich als “William King Thomas” ausgegeben hatte, weshalb das Ereignis auch als Thomas-Katastrophe bezeichnet wird, überlebte seinen Suizidversuch nur wenige Tage. Sein Anschlag war das bis dahin schwerste Sprengstoffverbrechen in Deutschland und löste eine Welle der Hilfsbereitschaft für die Opfer und deren Hinterbliebenen aus.
Theodor Storm – Knecht Ruprecht
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